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    <title>Main Content | Z01 - Digitale Transformation und Datenkompetenz</title>
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    <description>Main Content</description>
    <generator>Wowchemy (https://wowchemy.com)</generator><language>en-us</language><copyright>© 2022 Dr. Christian Ruiz</copyright><lastBuildDate>Fri, 04 Feb 2022 00:00:00 +0000</lastBuildDate>
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      <title>Main Content</title>
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      <title>Browser-Erweiterungen - Eine Lösung für akzeptable Lock-Ins?</title>
      <link>/post/2022-02-04-browser-extensions-eine-m-glichkeit-um-lock-ins-zu-verhindern/</link>
      <pubDate>Fri, 04 Feb 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
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      <description>&lt;p&gt;Wenn ein Unternehmen oder eine Verwaltung von einem Lock-In durch eine Software beeinträchtigt wird, können die daraus entstandenen negativen Effekte zumindest abgemildert werden. Durch Browser-Erweiterungen von Drittanbietern können Funktionalitäten der bereits gekauften Software erweitert werden. Die Idee wird anhand eines praktischen Use-Cases basierend auf einem Simulationsspiel vorgestellt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;hin-zu-einem-akzeptablen-lock-in&#34;&gt;Hin zu einem akzeptablen Lock-In&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Lock-Ins oder IT-Abhängigkeiten gehören zu den grössten digitalen Problemen von Verwaltungen und Firmen: Indem man sich für gewisse Software oder Systeme entscheidet, schafft man nachträglich eine Situation aus der man schwer wieder herausfindet, weil ein Wechsel mit hohen Kosten verbunden ist. Diese Kosten können durch Pfadabhängigkeiten entstehen, aber auch durch bereits aufgebautes Know-How, durch Training in eine neue Software, durch Anschaffungskosten, durch Installationskosten usw. Das Buch ‘Digitizing Government’ gibt einen sehr guten Einblick in die Problematik seitens Verwaltungen&lt;sup id=&#34;fnref:1&#34;&gt;&lt;a href=&#34;#fn:1&#34; class=&#34;footnote-ref&#34; role=&#34;doc-noteref&#34;&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;.  Wenn die Benutzenden neue Funktionalitäten benötigen oder die bisherige Software umständlich ist, lässt sich die Herstellerfirma eine Weiterentwicklung fürstlich entlohnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die hier dargestellte Idee soll es ermöglichen von einem Lock-In in einen akzeptierten Lock-In zu wechseln wie im unten stehenden Bild dargestellt. Das Ideal sieht natürlich anders aus (&lt;em&gt;hust&lt;/em&gt; open source &lt;em&gt;hust&lt;/em&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_2.png&#34; alt=&#34;Bild: Vier-Felder-Matrix zur Ermittlung des Lock-In-Risikos.&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bild: Vier-Felder-Matrix zur Ermittlung des Lock-In-Risikos.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Browser-Erweiterung,auch Extensions oder Add-Ons genannt, sind Zusatzfunktionalitäten für Ihren Browser (Chrome; Firefox; Edge usw.). Wenn Sie in Ihrem Browser auf Extensions oder Add-Ons klicken, dann können Sie meistens vorprogrammierte Erweiterungen installieren. Häufig blockiert die hauseigene IT-Abteilung die Installation zusätzlicher Erweiterungen, da es tatsächlich ein hohes Risiko ist, wenn fremde Anbieter Code auf Ihrem Browser ausführen. Man kann damit sehr viel Nutzen stiften aber auch sehr viel Schaden anrichten.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;das-simulationsspiel&#34;&gt;Das Simulationsspiel&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Das verwendete Simulationsspiel simuliert ein Logistikunternehmen, bei dem man LKWs mit Frachten quer durch Europa schicken muss, um Geld zu verdienen. Die Steuerung ist über den Browser konzipiert. Daten z.B. zu verschiedenen Routen werden auf verschiedenen Unterseiten dargestellt. Der User verwaltet seinen Fuhrpark, setzt strategisch Aufträge um, stellt die richtigen Mitarbeitenden ein usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_3.png&#34; alt=&#34;Bild: Bild mit Abfahrtsort Toulouse aus der Simulation Logitycoon.com von van Dieren Media&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bild: Bild mit Abfahrtsort Toulouse aus der Simulation Logitycoon.com von van Dieren Media&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;einen-zusätzlichen-mehrwert-aus-den-daten-generieren&#34;&gt;Einen zusätzlichen Mehrwert aus den Daten generieren&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir an, dass die verwendete Software Daten auf verschiedenen Seiten aufzeigt aber sie nicht gewinnbringend ausgewertet und logisch sinnvoll verknüpft. So kann ein Nutzender auf verschiedene Seiten der Applikation sich Routen aus verschiedenen Startpunkten anzeigen lassen wie im obigen Bild dargestellt. Aber es gibt keine Information wie man vom Startpunkt zum gewünschten Endpunkt kommt. Das Simulationsspiel sieht es hier vor, dass man nur durch zufällige “Sprünge” ans Ziel kommt - und als besondere Schwierigkeit reicht es nicht, wenn man bloss in die richtige Richtung fährt, weil es in eine Sackgasse führen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So könnte man mit einer Browser-Extension folgendes tun: Man lädt alle Datenseiten (hier sind es 150 verschiedene Städteseiten) und verknüpft diese in eine laufend aktualisierte Datenbank. Dadurch kann der Nutzende nun in der Erweiterung ein Start- und Zielort eingeben (zusammen mit der gewünschten Frachtart).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_4.png&#34; alt=&#34;Bild: Bild zeigt die sehr simple Benutzeroberfläche. Keep it simple, nicht wahr? ;-)&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bild: Bild zeigt die sehr simple Benutzeroberfläche. Keep it simple, nicht wahr? ;-)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Resultat spuckt die Browser-Extension die verfügbaren Routen aus und man kann als Nutzender direkt die Route mit den dazugehörenden “Sprüngen” planen - also hier z.b. Von Genua nach Nantes über Venedig und München.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_5.png&#34; alt=&#34;Bild: Erste Route&#34;&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oder ist vielleicht die Route über Paris sinnvoller?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_6.png&#34; alt=&#34;Bild: Erste Route&#34;&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je nach Nutzendenbedürfnisse, kann man natürlich auch weitere Auswertungen einbauen. Beispielsweise ist die zweite Fahrt 12% kürzer als die erste. Gleichzeitig verdient man bei der zweiten Fahrt durch die verkaufte Fracht insgesamt zwar weniger, aber wenn man es pro Kilometer berechnet so ist der Gewinn in der gleichen Zeit dann doch 6.5% höher. Wenn sich dies nun um einen echten Use-Case handelt, dann hat sich die Investition in eine Browser-Erweiterung bereits gewinnbringend gelohnt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;automatisierung&#34;&gt;Automatisierung&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Eine weitere Möglichkeit sind Automatisierungen von Prozessen. Im Simulationsspiel müssen die LKWs händisch bedient werden: Auftanken, Mitarbeitende mit den richtigen Qualifikationen zuordnen, laden, reparieren, Reifen wechseln, abladen und die Buchhaltung abwickeln. Das alles sind Klicks, die relativ mühsam sind, da es repetitive Aufgaben sind, die eigentlich keinen Mehrwert bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_7.png&#34; alt=&#34;Bild: Verschiedene Schritte müssen händisch erledigt werden wie laden und abladen - Logitycoon.com con van Dieren Media&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bild: Verschiedene Schritte müssen händisch erledigt werden wie laden und abladen - Logitycoon.com con van Dieren Media&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste Möglichkeit durch die Browser-Extension ist es einen Knopf einzubauen, um die verschiedenen Schritte bei dem ausgewählten LKW auszuführen. Das kann auch über eine praktische Tastenkombination erfolgen, die bei erstaunlich vielen Software-Lösungen von Grossunternehmen fehlen, obwohl es eine Zeitersparnis für die Nutzenden bedeutet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine weitere Möglichkeit ist aber diese Schritte komplett zu automatisieren. So kann man die Browser-Erweiterung auch in einem Tab gewisse Übersichtsseiten kontrollieren lassen, und dann alle mühsamen Schritte automatisch ausführen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/browser_ext_8.png&#34; alt=&#34;Bild: Alle LKWs sind aktiv und generieren Umsatz - Logitycoon.com con van Dieren Media&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bild: Alle LKWs sind aktiv und generieren Umsatz - Logitycoon.com con van Dieren Media&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interessant dabei ist aus technischer nicht nur, dass durch Browser-Extensions eine gewisse “Robotik” ermöglicht wird - also, dass das Programm z.B. auf gewisse Elemente klickt oder gewissen Text automatisiert eingibt. Mit solchen Extensions kann man auch den Code beziehungsweise die Funktionen vom Hersteller direkt ausführen. So braucht das Programm nicht zu “klicken” sondern kann die Funktionen direkt kontrollieren (z.B. Daten aus einer Datenbank holen; APIs mit vordefinierten Parametern ansteuern usw.).&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#34;schlussbemerkungen&#34;&gt;Schlussbemerkungen&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Wenn Sie in einem browserbasierten Lock-In sind (&lt;em&gt;hust&lt;/em&gt; SAP &lt;em&gt;hust&lt;/em&gt;), dann könnte eine Entwicklung einer Browser-Erweiterung eine Lösung sein, insbesondere wenn der Hersteller Sie als Monopolist in der Lock-In-Falle sieht. Die Programmierung einer Extension durch eine Drittfirma schafft somit wieder marktübliche Bedingungen mit entsprechenden Entwicklungspreisen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Somit kann eine Verwaltung oder ein Unternehmen eine Situation unternehmens- und nutzendenfreundlich weiterentwickeln. Auch, entschuldigen Sie das Buzz-Wort, “agil”, da die Software konstant zu fairen Preisen angepasst werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Lage mit Browser-Erweiterungen ist dabei sehr situationsbedingt. Einerseits sind die Möglichkeiten mit Browser-Extensions ziemlich beeindruckend, da man damit theoretisch ganze Benutzeroberflächen und Benutzerschnittstellen verbessern kann. Andererseits ist es sehr situativ, ob man und wie man die Extensions verwenden kann. Wenn z.B. eine Anwendung grösstenteils serverseitig funktioniert, kann einer nutzerseitigen Extension Vieles im Wege stehen. In einigen Fällen erweitert es somit die Optionen für Weiterentwicklung.&lt;/p&gt;
&lt;section class=&#34;footnotes&#34; role=&#34;doc-endnotes&#34;&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id=&#34;fn:1&#34; role=&#34;doc-endnote&#34;&gt;
&lt;p&gt;&amp;ldquo;Digitizing Government: Understanding and Implementing New Digital Business Models&amp;rdquo;, 2014, Brown, A.; Fishenden, J.; Thompson, M., Palgrave Macmillan. &lt;a href=&#34;#fnref:1&#34; class=&#34;footnote-backref&#34; role=&#34;doc-backlink&#34;&gt;&amp;#x21a9;&amp;#xfe0e;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/section&gt;
</description>
    </item>
    
    <item>
      <title>Digitales Neuland</title>
      <link>/post/2021-02-01-digitales-neuland/</link>
      <pubDate>Mon, 01 Feb 2021 00:00:00 +0000</pubDate>
      <guid>/post/2021-02-01-digitales-neuland/</guid>
      <description>&lt;p&gt;Dieser Blog hat nun eine vierjährige Geburt hinter sich und fing zunächst mit einem faszinierenden Paradox an. “Digitalisierung” birgt unbestritten viel Potenzial. Hingegen klaffen fast überall Lücken zwischen diesem Potenzial und der Wirklichkeit - selbst bei Unternehmen, die “digitalisierungswillig” sind. Wie kann man diese paradoxale Lücke erklären und vielleicht sogar schliessen? Und wieso sind solche Lücken nichts Neues? Es gibt sie nämlich schon seit mindestens den 80-er Jahren und unter verschiedenen Konzepten: Online Government, E-Government, transformational Government und nun digital government. Wieso ist das digitale Neuland so unnahbar, und was braucht es um dahin zu gelangen?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;die-suche-nach-den-antworten&#34;&gt;Die Suche nach den Antworten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Auf meiner Suche bin ich seitdem auf mehr Fragen als auf Antworten gestossen. Der Auslöser für die Lancierung dieses Blogs war schlussendlich die Lektüre des Buchs &lt;a href=&#34;https://study.sagepub.com/herzog&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;“Data Literacy” von David Herzog&lt;/a&gt;. Eines der raren Bücher, welches Grundlagen in “Datenkompetenz” bereitzustellen versucht. Das Buch hat jedoch meine Erwartungen an ein Buch zu moderner Data Literacy enttäuscht. Dabei ist es noch das Geringste, dass ich meine ehemalige Lateinlehrerin versteinert und mit weit offenem Mund vor Augen habe, wenn der Autor im allerersten Satz erklärt, dass das &lt;a href=&#34;https://www.etymonline.com/word/data&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;Wort “Data” aus dem Griechischen&lt;/a&gt; käme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Buch spricht von einer Data Literacy, die etwa der der 90-er Jahre entspricht: Das Pivotieren einer Excel-Tabelle ist ein grosses Highlight des Buches. Dabei geht es in Datenkompetenz sicher nicht um den letzten Schrei, die neueste Programmiersprache oder SAP O/7SUSANNA. Ein ausgezeichneter Beitrag zu Data Literacy ist zweifelsohne &lt;a href=&#34;https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/HFD_AP_Nr_47_DALI_Kompetenzrahmen_WEB.pdf&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;“Future Skills: Ein Framework für Data Literacy” von Katharina Schüller et al. 2019&lt;/a&gt;. Die folgende Abbildung aus jenem Artikel zeigt, wie umangreich Data Literacy verstanden werden kann: Sowohl seitens der Mehrwertgenerierung von Daten, über Informationen zu Wissen (&lt;a href=&#34;https://derwirtschaftsinformatiker.de/2012/09/12/it-management/wissenspyramide-wiki/&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;die Data Literacy Pyramide&lt;/a&gt;), wie auch das Verstehen von Informationen und Visualisierungen, um daraus Handlungen ableiten zu können,  aber auch Ethik und “Haltungen” (Schüller et al. 2019).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/digi_neuland1.png&#34; alt=&#34;Bildquelle: Schüller et al. 2019: Seite 25, CC BY-SA 4.0&#34; title=&#34;Bildquelle: Schüller et al. 2019: Seite 25, CC BY-SA 4.0&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bildquelle: Schüller et al. 2019: Seite 25, CC BY-SA 4.0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei geht es um fundamentale Elemente, &lt;strong&gt;die nicht nur technischer Natur sind&lt;/strong&gt;, denn das Wort “digital” trügt. Es geht ebenfalls um kulturelle Elemente, um ethische Fragen, und sogar um eine komplette Neuausrichtung von Prozessen und Organisationen (siehe z.B. &lt;a href=&#34;https://sloanreview.mit.edu/article/to-succeed-with-data-science-first-build-the-bridge/&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;Hoerl, Kuonen und Redman 2020&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;der-mensch-im-mittelpunkt&#34;&gt;Der Mensch im Mittelpunkt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dabei ist der Mensch stets im Mittelpunkt: Als Mitarbeitende, die in “digitalisierten Prozessen” einen Mehrwert erzeugen, als Beschaffende von Technologie, als vernetzt und medienbruchfrei  arbeitende Arbeitskollegen, als KundIn mit hohen Erwartungen, Als BürgerIn mit datenschutzrechtlichen Anforderungen oder als ProgrammiererIn unter Zeitdruck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn das Wichtigste bei einer zwischenmenschlichen Beziehung, egal ob in Form zwischen Verwaltung und Bürgern, oder zwischen Firmen und Kunden oder innerhalb von demokratischen Prozessen, ist &lt;strong&gt;Vertrauen&lt;/strong&gt;. Dass Vertrauen in die Gesellschaft das eigene Verhalten beeinflusst, ist bei Soziologen und Politikwissenschaftler nichts Neues. Aber auch Vertrauen im Sinne, dass das Internet morgen noch läuft. Vertrauen, dass mein postalisch eingereichtes Formular auch ungeöffnet beim Staat ankommt [Sic!]. Vertrauen, dass meine Daten nicht missbraucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/digi_neuland2.jpeg&#34; alt=&#34;Bildquelle: gettyimages von Natasa Adzic, CC BY-SA 4.0&#34; title=&#34;Bildquelle: gettyimages von Natasa Adzic, CC BY-SA 4.0&#34;&gt;
&lt;em&gt;Bildquelle: gettyimages von Natasa Adzic, CC BY-SA 4.0&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Niklas Luhmann definierte Vertrauen als “Zutrauen zu eigenen Erwartungen”, welches “elementarer Bestandteil des sozialen Lebens” sei (&lt;a href=&#34;http://www.irwish.de/PDF/Luhmann/Luhmann-Vertrauen_Ein_Mechanismus_der_Reduktion_sozialer_Komplexitaet.pdf&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;Luhmann 1968: 8&lt;/a&gt;). Vertrauen ist somit nicht ohne zwischenmenschliche Beziehung, die &lt;strong&gt;Erwartungen&lt;/strong&gt; weckt. Also auch die Erwartungen an den “Staat” oder an die Dienstleistungen einer “Firma”. Dabei handelt es sich bei “Staat” und “Firma” nicht um gesichtslose Monolithen: Es sind Menschen dahinter, welche die Dienstleistungen anbieten, Prozesse durchführen, menscheln, Interessen haben und strategische sowie operative Entscheidungen treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Erwartungen führen auch dazu, dass wir mit den neuen “digitalen” Möglichkeiten, das Potenzial auch möglichst ausschöpfen möchten: Automatisierung, medienbruchfreie Prozesse, kundenzentrierte Dienstleistungen, schlankere Organisationen, schnellere Entscheidungen usw. Und auch, dass Menschen unzufrieden sind, wenn dieses Potenzial nicht ausgeschöpft wird: Natürlich kann man zur Zeiterfassung weiterhin Stempelkarten händisch unterschreiben - das hatte man früher ja auch gemacht - man könnte aber die freiwerdenden Ressourcen auch für andere Zwecke einsetzen, beziehungsweise die zusätzlichen Erwartungen der Kunden und BürgerInnen erfüllen, um das Vertrauen nicht zu verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src=&#34;/img/digi_neuland3.jpg&#34; alt=&#34;Stempelkarte. Quelle: Wikipedia ohne Copyrightangabe&#34; title=&#34;Stempelkarte. Quelle: Wikipedia ohne Copyrightangabe&#34;&gt;
&lt;em&gt;Stempelkarte. Bildquelle: Wikipedia ohne Copyrightangabe&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&#34;der-blog-als-bescheidener-teilbeitrag&#34;&gt;Der Blog als bescheidener Teilbeitrag&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn man das alles sieht, dann merkt man, dass es kein Buch zu Datenkompetenz braucht, sondern gleich ein gesamtes Bücherregal mit Büchern zu den einzelnen Teilaspekten. Vielleicht deckt die Pivotierung von Excel-Tabellen tatsächlich viele Bedürfnisse in Verwaltungen und Firmen ab. Aber es gibt noch weit mehr “digitaler” Möglichkeiten. Und darum soll es in diesem Blog gehen: Es soll eine bescheidene Sammlung mit konkreten “digitalen” Möglichkeiten werden, die möglichst untechnisch, auf hoher Flugebene, ohne Hype und sachlich präsentiert werden sollen. Möglichkeiten, die der einen oder anderen Verwaltung oder Firma hoffentlich einen Mehrwert bieten könnte, um die Lücken zu schliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dabei bin ich gespannt mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, denn auch das Schreiben dieser verschiedenen Blogbeiträge ist eine iterative Reise im digitalen Neuland. Es gibt so viele Sichten auf diese Digitalisierungslücken, dass es nicht anders geht als mit möglichst vielen Personen zu sprechen und aus deren Erfahrungen zu lernen und die Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Sie können mir daher jederzeit gerne schreiben oder die Themen auf den sozialen Medien diskutieren. &lt;a href=&#34;http://eepurl.com/hoNhxD&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;Abonnieren Sie auch den Newsletter&lt;/a&gt;, um auf dem laufenden zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;A propos “Digitales Neuland”: Nein, ich lache nicht mehr über &lt;a href=&#34;https://www.youtube.com/watch?v=-VkLbiDAouM&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;noopener&#34;&gt;Merkel, die es verstanden hatte&lt;/a&gt;, dass die Kaskaden an Neuerungen durch das Internet seit den 90-er Jahren nicht nur technologischer Natur sind, und unsere Gesellschaften und politischen System tiefgreifend verändert haben und es auch weiterhin unentwegt tun. Es ist auch jetzt noch schwer abzuschätzen wohin diese Reise führt. Die konkreten Möglichkeiten, die vorgestellt werden, sollen jedoch auf dieser Reise ins digitale Neuland möglichst unterstützen.&lt;/p&gt;
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